Bericht über den Vortrag „interkulturelle Kompentenz“

1.1.2016 – Bericht über den Vortrag „interkulturelle Kompetenz“ am 17.12.2015

Was bedeutet Gastfreundschaft? Wie gehe ich mit Personen aus arabisch-sprechenden Ländern um? Diese und andere Fragen bewegten ca. 100 interessierte Menschen, sich am 17.12.2015 für ca. 4 Stunden mit Hintergrundwissen und Tipps zum Umgang mit Flüchtlingen zu beschäftigen.
Auf Einladung der Flüchtlingsinitiative Paffrath/Hand versprach Frau Aiyleen Dardan Antworten auf viele Fragen. Sie ist im Iran geboren, im Irak aufgewachsen und hat in verschiedenen Ländern gelebt. Als Übersetzerin und Beraterin von Polizei und Sicherheitskräften mit über 10-jähriger ehrenamtlicher Erfahrung im Umgang mit Flüchtlingen wollte sie uns praktische Hilfestellung geben.
Dazu erklärte Frau Dardan uns im ersten Teil zunächst den geschichtlichen Hintergrund, auch in Bezug auf die Entstehung des Korans. Wir lernten den Unterschied zwischen Sunniten und Schiiten kennen, dazu die 5 Säulen des Islams (Grundpflichten). Dabei gibt es eine große Bandbreite der Koran-Auslegung, zwischen Offenheit und Strenge.
Es gibt ca. 250 Millionen Menschen, die arabisch sprechen, aber nur 100 Millionen können lesen und schreiben. In einigen Ländern spricht man auch andere Sprachen (z. B. in der Türkei oder im Iran)
Im zweiten Teil wurden die kulturellen Unterschiede deutlich gemacht. Feiertage, Bedeutung der Familie und der Stellung von Mann und Frau, auch die Erziehung der Kinder spielt eine Rolle für das Verständnis. Offensichtliche Unterschiede sind die Begriffe Ordnung, Zeit (Pünktlichkeit, Geduld), Essen und Gastfreundlichkeit. Es gibt Tabus, die wir kennen sollten, auch der Ehrbegriff ist uns etwas fremd. Dieser Teil führte dann auch zu den Handlungsempfehlungen für uns zum Umgang mit Flüchtlingen aus dem arabischen Kulturkreis.
Wichtig ist ein respektvoller Umgang miteinander, wir sollten Respekt zeigen, den Respekt aber auch von den Menschen einfordern. Direkte Kommunikation gilt als unhöflich, klare Absagen führen zu unnötigem Gesichtsverlust. Wir sollten uns genügend Zeit nehmen, auch neugierig sein, aber immer freundlich und sachlich bleiben, dabei uns aber nicht ausnutzen lassen.
Dabei dürfen wir den kulturellen Hintergrund nicht vergessen. Es sollte deutlich gemacht werden, dass wir in Deutschland Werte wie Freiheit, Toleranz und Gleichberechtigung haben, die für jeden gelten.
Das Fazit für mich lautete nach diesem Abend: Der Umgang mit Flüchtlingen kann für beide Seiten eine Chance sein, wir können viel voneinander lernen.
Gabriele Apicella

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